Überführungsetappe
28.08.09
44° 16’N 028° 37’E
Constanta
Um 8 Uhr lasse ich mich von Christi II. zusammen mit Orvidiu und Willi von der Anastasia mit dem Motorboot wieder ans Festland in Murighiol übersetzen. Es folgt ein kurzer Zwischenfall. Die Batterie des Wagens der beiden Schweizer ist leer. Doch in Rumänien kein Problem. Sofort ist ein Überbrückungskabel aufgetrieben und es kann auch für die beiden zurück nach Bukarest gehen. Für mich heißt es heute, in Richtung Flughafen Constanta zu radeln. Anhand der Karte hatte ich die Strecke für heute auf 120 Kilometer taxiert. Ich sollte mich täuschen, denn am Ende wurde ein neuer Tagesstreckenrekord daraus mit 155 geradelten Kilometern. Landschaftlich war die Strecke durchaus reizvoll. Bald nach meinem Start in Murighiol ging es zwischen Agighiol und Jurilovca entlang am Lacul Razelm immer wieder vorbei an riesigen Gemüsefeldern. Es wurden gerade Zwiebeln geerntet und dort direkt auf LKWs verladen. Allerdings hatte ich auf diesem Abschnitt auch meine dritte und diesmal heftigste Hundeattacke zu bestehen. Es fing zunächst alles recht harmlos an. Mal wieder wurde ich von mehreren Schäferhunden, die sich hinter einem Zaun befanden wie verrückt angebellt. Doch das war mir relativ egal, da der Zaun mir ja Schutz vor ihnen bot. Die Herde rannte hinter dem Zaun mit mir mit und alle bellten wie verrückt. Und dann geschah das Unerwartete. Durch ein Loch im Zaun stürmte plötzlich ein halbes Dutzend Schäferhunde zähnefletschend auf mich zu. Adrenalin raste durch meinen Körper und ich gab Gas. Was hätte ich ohne Bewaffnung gegen 6 ausgewachsene Schäferhunde sonst tun sollen. Ich konnte die aggressiven Vierbeiner jedoch nicht wirklich abhängen, sondern sah einen direkt neben mir rennen und bellen, ein anderer versperrte mir den Weg und sprang erst in letzter Sekunde zur Seite, als ich auf ihn zuraste. Ich gab soviel Gas, wie ich konnte. Doch viel Kraft hatte ich nicht mehr. Irgendwie gelang es mir aber dann doch, die hetzende Meute hinter mir zu lassen. Mein Herz raste. Zum Glück hatte keiner zugebissen. Und keine 50 Meter später begann ein harter Anstieg. Da hätte ich keine Chance zur Flucht mehr gehabt. Das war echt knapp. Es war die schwerste Hundeattacke auf der ganzen Reise und meine Lehre daraus: Das nächste Mal werde ich Pfefferspray mitnehmen. Danach zog sich die Strecke aufgrund doch mehr als erwarteter Anstiege und zum Teil heftigen Gegenwindes von der Schwarzmeerküste ziemlich in die Länge. Auch musste ich ein ca. 10 Kilometer langes Teilstück auf der vielbefahrenen E87 von Tulcea nach Constanta zurücklegen. Als ich dann nach 90 Kilometern das Schild Constanta 60 Kilometer las, war ich doch etwas überrascht und ernüchtert. Aber dank viel Cola, Eis, Brot und Äpfeln schaffte ich auch diese Herausforderung und quartierte mich dann nach etwas längerer Zimmersuche in der Urlaubsregion Mamaia bei Constanta in einer kleinen Ferienwohnungssiedlung ein. Nun werde ich noch einen Ruhetag hier genießen und am Sonntag in aller Frühe in Richtung Flughafen Mihail Kogalniceanu radeln.














Herzliche Gratulation zur Erfüllung Ihres Reiseziels! Wir haben Ihre Berichte immer mit Spannung verfolgt und freuen uns mit Ihnen.
Liebe Grüße aus der Wachau,
Elisabeth und Martin Samek
ad vineas Gästehaus Nikolaihof
Elisabeth und Martin Samek schrieb dies am 3. September 2009 um 16:51 |
Vielen Dank für die Glückwünsche und nochmals für die tolle Unterkunft bei Ihnen!!!
Liebe Grüße aus mittlerweile wieder Frankfurt am Main
Sven Furrer
elbonanza schrieb dies am 6. September 2009 um 23:00 |